Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster
(Eight Legged Freaks)
USA 2002, 99 Minuten
Regie: Ellory Elkayem

Drehbuch: Ellory Elkayem, Randy Kornfield, Jesse Alexander
Musik: John Ottman
Director of Photography: John Bartley
Montage: David J. Siegel
Produktionsdesign: Charles Breen

Darsteller: David Arquette (Chris McCormack), Kari Wuhrer (Sheriff Sam Parker), Scott Terra (Mike Parker), Scarlett Johansson (Ashely Parker), Doug E. Doug (Harlan), Rick Overton (Deputy Pete), Leon Rippy (Wade), Matt Czuchry (Bret), Jay Arlen Jones (Leon), Eileen Ryan (Gladys), Riley Smith (Randy), Matt Holwick (Larry), Jane Edith Wilson (Emma), Jack Moore (Amos, Truck-Driver), Ray Gaintner (Floyd), Tom Noonan (Joshua)

Ein spinnertes Vergnügen

Riesenspinnen – na ja, was Neues ist das nicht im einschlägigen Genre. Und was die hiesige Filmkritik dazu zu sagen hat, ist nicht erwähnenswert. Jedenfalls werden Spinnen – wenn sie eine bestimmte Größe überschreiten – zu mörderischen Monstern. Der Originaltitel des Films ist angeblich geändert worden in „Eight Legged Freaks“, weil „Arac Attack“ so ähnlich wie „Iraq Attack“ klingt. Na ja. Hatte Saddam Hussein Mörderspinnen?

Den Ernst der Lage müssen jedenfalls auch die Einwohner von Prosperity in Arizona erfahren, einer Stadt, in der Prosperität allerdings schon lange ein Fremdwort ist. Das Städtchen kränkelt vor sich hin. Bürgermeister Wade (Leon Rippy) hat – nachdem der Bergbau den Bach runter gegangen ist – die gewöhnlichen, das heißt dämlichen Ideen: Einen Riesensupermarkt mitten in der Wüste, den niemand braucht, und jetzt will er der Regierung Land verkaufen. Was er seinen Einwohnern nicht erzählt, ist, dass die Regierung in den Bergwerksstollen giftige Chemikalien lagern will. Apropos: Der erste (geheime) Transport ist gerade auf dem Weg nach Prosperity. Als der Fahrer einem Karnickel ausweichen will, baut er einen Unfall und einige der Fässer rollen in einen nahe gelegenen Teich.

Unterdessen beschäftigt sich der Sohn des weiblichen Sheriffs Sam Parker (Kari Wuhrer), Mike (Scott Terra), mit Spinnen, die der etwas seltsame Joshua (Tom Noonan) hält. Er wird das erste Opfer der Spinnen. Die nämlich haben von dem Chemikaliengebräu geschlürft und wachsen dadurch sichtbar von Tag zu Tag an – und damit auch ihr Hunger. Noch ahnt niemand etwas von der Gefahr, als zwei Wochen später nach zehn Jahren Abwesenheit der Sohn des verstorbenen Minenbesitzers Chris McCormack (David Arquette) heim kehrt. Der weigert sich gegenüber Bürgermeister Wade, das Land und die Minen zu verkaufen. All diese Streitigkeiten aber werden unwichtig, als die ersten Hunde, Katzen, die Sträuße, die der Bürgermeister auf einer Weide hält (!), und dann auch die ersten Menschen von den männlichen Spinnen eingepuppt werden, um den weiblichen Spinnen zu imponieren. Auch Frauen essen ja gern im Bett, meinte Joshua vor seinem Tod, und der kleine Mike nimmt das zu Recht bitter ernst – was die Spinnen betrifft.

Und dann sind sie plötzlich da: Riesenspinnen. Sheriff Parker, Chris, Mike, Deputy Pete (Rick Overton) und nicht zuletzt der einzige Mann im örtlichen Radio Harlan (Doug E. Doug) haben alle Hände voll zu tun, um sich gegen die Invasion der gefräßigen Tiere zur Wehr zu setzen. Harlan jedenfalls hatte es über seinen Mini-Sender ja schon immer prognostiziert: Irgendwann kommen die Außerirdischen ...

Parodie auf Spinnen-Monster-Movies – das ist Arac Attack sicherlich auch. Der Film nimmt weder das Genre, noch sich selbst allzu ernst, im Gegenteil. Elkayem hat ein gewisses Gespür für Comic, spaßige Dialoge und satirische Einschläge immer dann, wenn das große Fressen gerade stattgefunden hat oder bevorsteht. Beispiele: Als eine Katze in ein Loch in der Wand läuft, wird sie – für Katzenmama und -papa nicht sichtbar – von einer Spinne angegriffen. Die Spinne ist so stark, dass sich im Kampf mit der bedauernswerten Mieze deren Umrisse in die dünne Wand pressen. Auch die (computeranimierten) Spinnen lassen es an Humor nicht fehlen, wenn eine von Ihnen etwa voller Fresslust in einen Hirschkopf an der Wand beißt und entsetzt die Einzelteile wieder ausspeit, oder eine andere durch einen Angriff mit Parfum zeitweise lahmgelegt wird. Oder: Im örtliche Café herrscht Ruhe vor dem Spinnensturm, und die Musikbox spielt „Strangers in the Night“, als wollte sie den Angriff „zärtlich“ ankündigen.

Zum Amüsieren tragen auch etliche Mimen bei: So etwa Tante Gladys (Eileen Ryan), die kettenrauchende Tante des heimgekehrten Sohns, oder Rick Overton als etwas unbeholfener Deputy, ebenso der Verschwörungstheorien en masse verbreitende Radio-Fuzzy Doug E. Doug, der, als ihm Sam und Chris von Riesenspinnen erzählen, beide für verrückt erklärt, obwohl er ansonsten derjenige ist, der fast nur Verrücktes, wenn auch Amüsantes über seinen Sender ausplaudert. Auch der männliche Held David Arquette tut sein Bestes, um als Held da zu stehen, wenn auch unfreiwillig; er übertreibt nicht. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Sam nimmt gottlob nicht allzu viel Raum in Anspruch.

Elkayem jedenfalls gelingt es, das grausige Treiben der Spinnen in einem sonnigen, humorvollen Licht erscheinen zu lassen. Auch wenn ein Einwohner nach dem anderen versponnen und gefressen wird – alles halb so wild. Wild allerdings sind manche Verfolgungsjagden, etwa wenn die Spinnen zu Anfang jugendliche Motorradfahrer übers Land verfolgen und nur einer entkommen kann, der Sohn des Bürgermeisters. Auch entsprechende Szenen in den Minengängen sind mit einiger Spannung gedreht worden.

Kurzum: Ein kurzweiliges spinnertes Vergnügen, das man nicht allzu ernst, vielmehr: gar nicht ernst nehmen sollte, und eineinhalb Stunden Spiel, Spaß und Spannung, für die, die’s mögen. Was will man mehr, um mal wieder richtig zu lachen?